Makuladegeneration (AMD)

Unter Makuladegeneration (lat. Macula degenerata) versteht man eine meist altersbedingte, degenerative Netzhauterkrankung, bei der durch Absterben von Netzhautzellen die Sehfähigkeit beeinträchtigt wird. Durch die geänderte Altersstruktur hat der Anteil der Menschen, die von solchen Erkrankungen betroffen sind, deutlich zugenommen. Heute ist die Makuladegeneration die Hauptursache für eine Erblindung bei Menschen im Alter von über 55 Jahren.

Man unterscheidet:


Sicht gesundes Auge Sicht erkranktes Auge


Die Symptome, die aus der Schädigung der Makula resultieren, führen vorwiegend zu einer VerschlechterungFixiert der Betroffene einen Gegenstand, so ist es nicht mehr möglich ihn deutlich zu erkennen. So kann der Betroffene eine Uhr sehen, aber die Uhrzeit nicht erkennen, oder einen Gesprächspartner sehen, nicht aber seine Gesichtszüge erkennen. Erkrankungsalter und Ausprägung der Symptome variieren und hängen von der Erkrankungsform ab.


Formen der Makuladegeneration


Schätzungsweise 2 Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Form der Makuladegeneration.

Sehr selten ist die „juvenile“ Makuladegeneration, die bei jungen Menschen auftreten kann.

Die große Mehrheit ist von der altersabhängigen Makuladegeneration betroffen. Die Bezeichnung „altersabhängige“ Makuladegeneration (AMD) weist auf das Lebensalter als größten Risikofaktor neben Rauchen und familiärer Belastung hin. Durch den demographischen Wandel ist die Häufigkeit der AMD steigend.

Die AMD wird in zwei Formen eingeteilt: in die die "trockene" und die "feuchte" Form

Die „trockene“ Form
Die „trockene“ Form (lat: sicca; welche ca. 80 % der Fälle ausmacht), die durch Ablagerungen (Drusen) von Stoffwechselendprodukten (Lipofuszine) beginnt und in fortgeschrittenem Stadium in einen flächigen Zelltod (geographische Atrophie) übergehen kann. Ihr Voranschreiten ist langsam und schleichend. Durch die häufige Lage unterhalb der Stelle des schärfsten Sehens kann es zu raschem Sehverlust sowie einer Vorwölbung des Sehzentrums kommen. Dies macht sich häufig durch verzerrtes Sehen bemerkbar (Metamorphopsien).

Für die trockene Form ist keine unter allgemein akzeptierte Behandlung bekannt. Es wird diskutiert, dass ein Fortschreiten durch die Gabe von hochdosierten Vitaminen gehemmt werden könnte. Eine längerfristige Einnahme solch hoher Vitamindosen kann jedoch möglicherweise das Krebsrisiko für bestimmte Krebsarten erhöhen, so dass eine sorgfältige Nutzen/Risikoabwägung zusammen mit dem behandelnden Arzt erfolgen sollte. Auch wurde in verschieden neueren Studien eine möglicherweise präventive Wirkung durch das Carotinoid Lutein aufgezeigt.

Sie kann in die „feuchte“ Form übergehen, bei der sich unter der Netzhaut flächige Gefäßmembranen ausbilden, welche zu Blutungen neigen (CNV=choroidale Neovaskularisation).

Die „feuchte“ Form
Beim Auftreten von verzerrtem Sehen sollte der Augenarzt aufgesucht werden, da zügig behandelt werden sollte. Eingetretene Verluste können nicht mehr beseitigt werden. In etwa 20 Prozent der Fälle handelt es sich um die erfolgreich behandelbare Form, in der kleine Blutgefäße in die Sehrinde einwachsen. Nach einer genauen Diagnosestellung mittels der Fluoreszenzangiographie und der optischen Kohärenztomographie kann eine Behandlung begonnen werden. Bei der photodynamischen Therapie (PDT) wird ein photosensibilisierender Stoff (Verteporfin) in die Armvene gespritzt und die Stelle der neugewachsenen Gefäßmembran mit einem „kalten“ Laser belichtet. Dadurch kann häufig ein Verschluss der Membran erzielt -die neuen Gefäße veröden- und ein weiterer Sehverfall aufgehalten werden.

Zur Zeit werden neue Therapieverfahren mit Hemmern des Gefäßwachstums, sogenannte Anti-VEGF's (Anti-Vascular Endothelian Growth Factor, deutsch Wachstumsfaktorhemmer) klinisch erprobt.

Die zur Zeit aussichtsreichsten Anti-VEGFs sind Lucentis® (Ranibizumab, Zulassung in der EU am 24. Januar 2007) der Firma Novartis (kostenintensiv) sowie als off-label-Behandlung Avastin (Bevacizumab) (billig) der Firma Hoffmann-La Roche.[1] Bei zahlreichen Patienten führt es zu einer Sehverbesserung. Das Aptamer Pegaptanib für die Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) ist seit Februar 2006 in Deutschland zugelassen. Es wurde mit dem Ziel entwickelt, hochspezifisch und mit hoher Affinität die VEGF zu blockieren. Dies gelingt auch, doch nach den vorgestellten Studienergebnissen wird dadurch der Sehverlust „nur“ abgebremst, aber nicht aufgehalten. Pegaptanib wird von Pfizer unter dem Markennamen Macugen vertrieben.
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